Wintersport

Winterferien ohne Skipiste: Schneeschuhlaufen, Schlitteln und Winterwandern

· von Flurina Casanova

Nicht alle fahren Ski, und nicht alle wollen jeden Tag an der Bergbahn anstehen. Die Bündner Täler bieten im Winter viel mehr als Pisten. Gerade kleinere Orte haben gepflegte Winterwanderwege, Schlittelbahnen und Schneeschuhtrails, die ruhig, günstig und wunderschön sind.

Winterwandern

Präparierte Winterwanderwege sind mit pinken Wegweisern markiert und werden regelmässig gewalzt. Gute Wanderschuhe mit griffiger Sohle reichen meistens, an steileren Stellen helfen Grödel, kleine Spikes zum Überziehen. Winterwandern ist ideal für Familien, ältere Menschen und alle, die einfach die verschneite Landschaft geniessen möchten.

Schneeschuhlaufen

Mit Schneeschuhen kommen Sie dorthin, wo im Sommer nur Wiesen sind. Mieten können Sie sie in den meisten Sportgeschäften, zusammen mit Stöcken. Für den Einstieg eignen sich markierte Schneeschuhtrails, die nicht durch Lawinengelände führen.

Wichtig: Abseits markierter Routen braucht es Lawinenkenntnisse und die passende Ausrüstung, also Lawinenverschüttetengerät, Schaufel und Sonde. Prüfen Sie vor jeder Tour das Lawinenbulletin des SLF oder buchen Sie eine geführte Tour.

Schlitteln

Schlitteln ist in Graubünden eine Tradition, von der kurzen Dorfbahn bis zu Abfahrten von mehreren Kilometern. Einige Tipps aus Sicht der Sicherheit:

  • Helm tragen, auch Erwachsene. Die BFU empfiehlt ihn ausdrücklich, weil Kopfverletzungen beim Schlitteln häufig sind.
  • Gute Schuhe mit Profil zum Bremsen und Lenken, keine Turnschuhe.
  • Tempo anpassen, vor allem bei Eis und am Nachmittag, wenn die Bahn ausgefahren ist.
  • Ausweichen nach rechts, und nie mitten auf der Bahn stehen bleiben.

Viele Bahnen sind am Abend beleuchtet. Ein Nachtschlitteln mit anschliessendem Fondue in der Hütte gehört zu den schönsten Wintererlebnissen.

Langlaufen und Eislaufen

Langlaufloipen gibt es in vielen Talböden, oft gratis oder mit einem günstigen Loipenpass. Kurse für Anfänger dauern ein bis zwei Stunden. Natureisfelder auf Dorfplätzen oder gefrorenen Seen sind ein weiteres Erlebnis, betreten Sie Seen aber nur, wenn sie offiziell freigegeben sind.

Wellness und Kultur

Nach einem Tag draussen tut Wärme gut: Thermalbäder, Hotelsaunen oder ein einfaches Dampfbad. Dazu Konzerte in Dorfkirchen, kleine Museen und Brauchtum wie der Chalandamarz im Engadin am 1. März, wenn Kinder mit Glocken durch die Dörfer ziehen.

Fazit

Wer im Winter ohne Ski in die Berge reist, verpasst nichts. Im Gegenteil: Ruhige Dörfer, glitzernde Schneelandschaften und gemütliche Abende machen diese Ferien oft sogar erholsamer.