Graubünden

Val Lumnezia: Tipps für das Tal des Lichts in der Surselva

· von Flurina Casanova

Wer von Ilanz aus Richtung Süden fährt, landet nach wenigen Kurven in einem der schönsten Seitentäler Graubündens. Das Val Lumnezia wird oft «Tal des Lichts» genannt, weil die Dörfer auf einer sonnigen Terrasse hoch über dem Glenner liegen. Hier wird Romanisch gesprochen, die Landwirtschaft prägt die Landschaft, und der Massentourismus ist weit weg.

Die Dörfer

Seit 2013 bilden die meisten Dörfer des Tals die Gemeinde Lumnezia. Jeder Ort hat aber seinen eigenen Charakter. Cumbel, Morissen, Vella, Degen und Vrin reihen sich entlang der Talstrasse. Vrin am Talende ist für seine gut erhaltenen Holzbauten bekannt und wurde für seine sorgfältige Dorfentwicklung ausgezeichnet. In Vella lohnt sich ein Blick auf das Schloss Demont, das über dem Dorf thront.

Kirchen und Kultur

Das Tal ist katholisch geprägt, und das sieht man: Fast jedes Dorf hat seine barocke Kirche, dazu unzählige Kapellen an Wegen und Feldern. Besonders bekannt ist die Wallfahrtskirche Pleif bei Vella, die älteste Talkirche, mit ihrem schönen Blick über das ganze Tal. Im Sommer finden in mehreren Kirchen Konzerte statt.

Wandern

Das Val Lumnezia ist ein Wandertal für Geniesser. Einige Ideen:

  • Höhenweg über die Dörfer: Von Morissen über Cumbel nach Vella führt ein leichter Weg mit Blick auf die Signina-Gruppe.
  • Greina-Ebene: Von Vrin aus erreichen geübte Wanderer über Puzzatsch die berühmte Hochebene. Eine anspruchsvolle Tagestour oder ideal mit Übernachtung in einer Hütte.
  • Piz Mundaun: Mit der Sesselbahn von Obersaxen oder zu Fuss von Morissen aus, oben wartet ein Panorama über die halbe Surselva.

Anreise

Mit der Rhätischen Bahn nach Ilanz, von dort fährt das Postauto ins Tal bis nach Vrin. Mit dem Auto sind es von Chur etwa 45 Minuten. Die Talstrasse ist gut ausgebaut, im Winter sind Winterreifen trotzdem Pflicht.

Wann reisen?

Sommer: Wiesen voller Blumen, Alpbetrieb, lange Abende auf der Sonnenterrasse. Herbst: Lärchen werden golden, die Jagd beginnt, und mit ihr die Wildgerichte in den Gasthäusern. Winter: Kleine, familiäre Skigebiete und Schneeschuhwege abseits der grossen Orte.

Ein Tal zum Langsamreisen

Wer ins Val Lumnezia kommt, sollte Zeit mitbringen. Es gibt keine grossen Attraktionen, dafür Ruhe, gutes Essen, freundliche Begegnungen und Landschaften, an denen man sich nicht sattsieht. Planen Sie lieber drei Tage in einem Dorf ein als einen Tag mit vielen Stationen.