Graubünden
Allegra! Romanisch für Gäste: Wörter und Sätze für die Ferien in Graubünden
Rätoromanisch ist die vierte Landessprache der Schweiz und wird heute von rund 60‘000 Menschen gesprochen, vor allem in Graubünden. Wer in der Surselva, im Engadin oder im Val Müstair unterwegs ist, hört es im Dorfladen, auf der Alp und im Postauto. Ein paar Worte zu kennen, öffnet viele Türen. Die meisten Einheimischen freuen sich sehr darüber, auch wenn danach auf Deutsch weitergeredet wird.
Fünf Idiome und eine Schriftsprache
Romanisch ist nicht gleich Romanisch. Es gibt fünf regionale Schriftsprachen, die Idiome: Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. Dazu kommt das 1982 geschaffene Rumantsch Grischun, das Kanton und Bund für offizielle Texte nutzen. Im Val Lumnezia und in der ganzen Surselva spricht man Sursilvan. Die folgenden Beispiele sind in Sursilvan, im Engadin klingen manche Wörter anders.
Begrüssen und verabschieden
- Allegra! – Grüezi! Funktioniert überall in Graubünden.
- Bien di! – Guten Tag!
- Buna sera! – Guten Abend!
- Buna notg! – Gute Nacht!
- Adia! – Auf Wiedersehen!
- Tgau! – Tschüss, unter Bekannten.
Höflichkeit
- Engraziel (fetg)! – Danke (vielen Dank)!
- Per plascher – Bitte, beim Bestellen.
- Perstgisa! – Entschuldigung!
- Gie / Na – Ja / Nein
Im Restaurant
- In caffè, per plascher. – Einen Kaffee, bitte.
- Bien appetit! – En Guete!
- Viva! – Prost!
- Il quen, per plascher. – Die Rechnung, bitte.
- Quei ei stau fetg bien. – Das war sehr gut.
Unterwegs und beim Wandern
- Nua ei…? – Wo ist…?
- vischnaunca – Gemeinde
- baselgia – Kirche
- aua – Wasser
- muntogna – Berg
- alp – Alp
Wo Sie mehr lernen können
Die Lia Rumantscha setzt sich für die Sprache ein und bietet Kurse, Wörterbücher und Online-Angebote an. Im Sommer gibt es in mehreren Orten Intensivkurse für Feriengäste. Auch Radio und Fernsehen RTR senden täglich auf Romanisch, ein guter Weg, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen.
Ein Zeichen von Respekt
Romanisch ist eine kleine Sprache, die vielerorts um ihren Platz kämpft. Wer als Gast ein freundliches «Allegra» und ein ehrliches «Engraziel» sagt, zeigt, dass er nicht nur die Landschaft, sondern auch die Menschen und ihre Kultur schätzt. Und oft beginnt damit ein Gespräch, das man sonst nie geführt hätte.